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Sunday
May132001

19. Woche 2001

Von Oliver

Am Sonntag ging die große Godfather-Woche auf Bravo los und das war für uns die Gelegenheit, endlich mal diesen Meilenstein der Kinogeschichte zu sehen. In der Tat treten dort Al Pacino und Robert De Niro nicht gemeinsam auf, das tun sie bekanntlich erst 23 Jahre später 1995 in "Heat". Auch wenn sich uns die Magie dieses Films nicht ganz erschlossen hat, wir haben ein paar Einblicke in Little Italy gewonnen, das glücklicherweise nicht mehr so wild ist, wie zu Godfathers's Zeiten.

Dienstag morgen haben wir uns dann das erste Mal in die Bürokratie des INS, des Immigration und Naturalization Service, gestürzt. Wir sind guten Mutes losgezogen, bewaffnet mit einer Mappe voller Dokumente, nur um nach einer Wartezeit zu erfahren, dass unser Formular I-130, Petition for an Alien Relative, nur per Post eingesendet werden kann. Und überhaupt, ob wir denn schon einen I-765 ausgefüllt hätten? Die nette Dame gibt uns das Formular dann auch gleich mit, allerdings die 9 Seiten Anleitung fehlen. Im Internet haben wir dann festgestellt, das das I-765 direkt wieder zum I-485 führt, dem Formular des Grauens, weil es aus einem ganzen Paket von Formularen besteht, die wir unmöglich ausfüllen können. Wir geben uns geschlagen und gehen zu lawyers.com, um einen Spezialisten zu finden.

Dienstag abend sind wir dann bei Ken und Renee zu einem besonderen kulturellen Spektakel eingeladen, der Robin Byrd Show (es gibt einen Link, den findet bitte jeder selber raus) auf Kanal 35, einer Strip Show für Laien. Laien, weil die Damen und Herren meistens nicht strippen können, aber durchaus professionell als Prostituierte, Pornodarsteller oder Callgirl/boy arbeiten. Ohne auf Details einzugehen, das war Hardcore! Und wenn einem die Strips noch nicht reichen, die Werbespots dazwischen sind auch blanker Porno - dagegen ist 0190-Werbung in Deutschland eine Kindersendung...

Diese Woche stand auch im Zeichen der Lolita Bar, unserer designierten Stammkneipe gleich um die Ecke. Ab 5 Uhr abends ist Happy Hour, ideal, um den Tag zu beschließen. Witzig: Das Lolita hat genau zu der Zeit aufgemacht, als wir nach New York gekommen waren - so was verbindet. Auch haben wir hier gelernt, was "Well Drinks" sind: "The cheap stuff", also Rum, Vodka oder Gin ohne Marke. Diese Frage wurde auch gleich mit einem Free Gin & Tonic für Elke belohnt.

Am Freitag habe ich dann meine Generalattacke auf den New Yorker Arbeitsmarkt gestartet. Langsam haben wir den Bogen raus: Viel Wirbel machen und wenn möglich immer anrufen, sonst passiert nichts. Dank Cable Modem und Standleitung gehen die Stellenanzeigen auf monster.com & Co. auch in Echtzeit ein, so dass ich sofort reagieren kann. Fängt an langsam Spaß zu machen...

Freitag abend sind wir zu einer Party in der Lava Lounge eingeladen. Eingeladen heißt, dass wir das Recht haben $20 pro Nase zu zahlen und dafür 2 Stunden lang umsonst zu trinken. Die Party wird von einem Freund von Ken geschmissen, der seinen Abschluss feiert. Das Ganze hat die Atmosphäre einer High-School Party, lauter Cheerleader und Quarterbacks und wenn das ganze nicht in einer ziemlich hippen Bar stattgefunden hätte, hätte man sich irgendwo auf dem Lande gewähnt. Wir geben zu, für uns waren die Jungs und Mädels zu jung, deswegen haben wir uns davon gemacht, als die Drinks wieder Geld kosteten.

Als wir das Loews Kino am Broadway zwischen Flatiron und Union Square gesehen haben, kam uns die Idee, in "Bridget Jones Diary" zu gehen, wenn der Film um - sagen wir mal - 0:15 anfängt. Er fing um 0:15 an und so haben wir mit vier anderen Besuchern Bridget Jones gesehen, der uns - abgesehen von Renee Zellweger - ziemlich kalt gelassen hat.